Der Weg zur „Ur-Subjektivität“

zur Letztbegründungsproblematik in der Spätphilosophie Schellings

Autores

Palavras-chave:

Subjektivität, Realität, Seinsbildung, Präreflexivität, Konstruktion

Resumo

Die vorliegende Untersuchung argumentiert, dass Schellings Spätphilosophie eine Theorie der ‚Ur-Subjektivität‘ als Antwort auf das Desiderat einer transzendentalphilosophischen Letztbegründung entwickelt. Diese Konzeption wird in einen kritischen Dialog mit der für den Deutschen Idealismus zentralen Theorie der Selbstkonstruktion gestellt. Während letztere die apriorische konstitutive Tätigkeit des Subjekts als gänzlich aus sich selbst hervorgehend begreift, offenbart deren Abhängigkeit von reflexiver Selbstbeziehung immanente Schranken. Diese manifestieren sich in einer Grenzdimension, die durch ein ‚konstruierbares‘ Sein markiert ist – eine grundlegende Dimension der Realität, die sich der restlosen Reduktion auf selbstkonstruktive Vollzüge entzieht. Als Reaktion darauf entwirft Schelling eine Theorie vorreflexiver, primordialer Subjektivität als ‚Seinsbildung‘. Hierdurch wird eine spezifische Form von Subjektivität konturiert, die geeignet ist, den Seinsbereich diesseits der Grenzen der Selbstkonstruktion zu fundieren.

 

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Publicado

28-04-2026

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Como Citar

Der Weg zur „Ur-Subjektivität“: zur Letztbegründungsproblematik in der Spätphilosophie Schellings. Revista Kriterion, [S. l.], v. 67, n. 163, 2026. Disponível em: https://periodicos.ufmg.br/index.php/kriterion/article/view/51168. Acesso em: 7 maio. 2026.